Der Haselauer Marienaltar

In der vorreformatorischen Zeit sollen in der Haselauer Kirche drei Altäre gestanden haben. Einen davon kann man noch heute im Landesmuseum in Schleswig bewundern. Sie gehört zur ständigen Mittelalterausstellung im Schloss Gottorf.

Haselauer Marienaltar von 1500 - Copyright: Andreas-M. Petersen / Kirchengemeinde Haselau
Haselauer Marienaltar von 1500

Es handelt sich dabei eine Schutzmantelmadonna aus der Riemenschneiderschule (ca. 1500), lebensgroß und aus Holz geschnitzt. Sie gehört einer besonderen Art der Madonnendarstellungen an. Maria, die Gottesmutter, stehend auf einer Mondsichel, die ihrerseits auf der Weltkugel ruht, breitet ihren Mantel aus und bietet dort Schutz für die Stände, die sozialen und beruflichen Schichten ihrer Zeit.

Sie ist die Mitte eines dreiflügeligen Altars gewesen, von dem nur noch die Figurengruppen erhalten sind. Auf den Flügeln erkennt man Märtyrergeschichten, vor allem die der beiden Ärzte Cosmas und Damian.

In evangelischer Zeit muss man wohl gemeint haben, dass eine solche Darstellung nicht in eine protestantische Kirche passe, vielleicht hat man sie auf den Kirchboden gelagert und später verkauft.