Die Lobback-Orgel

Es wird berichtet, dass die Haselauer Kirche schon vor der Reformationszeit über eine Orgel verfügt hat. Sie muss so klein gewesen sein, dass man sie ohne großen Aufwand nach Haseldorf transportieren konnte.

Nach dem Wiederaufbau der Kirche im 16. Jahrhundert schaffte Marquardt von Ahlefeldt wieder eine Orgel für die Kirche an, die wohl 1775 durch eine neue ersetzt wurde. Sie stand wahrscheinlich - wie auch ihre Vorgängerinnen - im Altarraum der Kirche.

Mit dem großen Umbau der Kirche im 19. Jahrhundert wurde im hinteren Bereich der Kirche eine Orgelempore gebaut. Da gleichzeitig auch die Decke im Gemeindebereich hochgesogen wurde, konnte eine größere Orgel auf der Empore aufgestellt werden. Wie viele Orgel der damaligen Zeit wurde auch die Haselauer von der dänischen Firma Marcussen gebaut - anzunehmen ist, dass die eher romantische Klangwelt des 19. Jahrhunderts auch hier ihren Niederschlag fand.

1961/62 wird die Orgel von der Firma Kemper überholt und ausgebaut. Die Haselauer Kirche bekam so eine sehr viel größere Orgel, musste aber auf das originale, weiche Klanggefüge und vor allem auf die gute Qualität der alten Marcussen-Orgel verzichten. Die damals genutzten "modernen" Materialien stellten die Kirchengemeinde bereits 40 Jahre später vor kaum zu bewältigende Probleme.

Haselauer Lobbackorgel von 2002 - Copyright: Andreas-M. Petersen / Kirchengemeinde Haselau
Haselauer Lobbackorgel von 2002

Im Jahr 2000 entscheid sich die Kirchengemeinde für eine Lösung der Orgelprobleme, damit auch in Zukunft eine angemessene musikalische Begleitung bei Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen gewährleistet werden kann. Die Haselauer Gemeindeglieder brachten viel Fantasie auf, und ermöglichten so den Neubau des Instruments durch den Neuendeicher Orgelbauer Christian Lobback. Dieser dankte es ihnen durch die Anbringung eines Spenderwappens, in diesem Fall des Haselauer Gemeindewappens.

Die speziell für diesen Ort entworfene und der Kirche angepasste Orgel besteht aus 20 klingenden Registern, die auf zwei Manuale und ein Pedal aufgeteilt sind. Der vorgezogene Spieltisch ermöglicht eine hervorragende Kobination von Chorarbeit und Orgelbegleitung

Im Jahr 2002 konnte die neue Orgel unter großer Beteiligung der Gemeinde eingeweiht werden. Dabei wurden die alten Bestandteile der Marcussenorgel aus dem 19. Jahrhundert und einiges Pfeifenmaterial der Kemperorgel integriert. Als kleine Besonderheit gilt der Midi-Anschluss, der externe Klang- und Aufnahmegeräte direkt von der Tastatur des Spieltisches ansteuern lässt.

Gleichzeitig wurde durch den Orgelprospekt ein zwar dem Raum angepasstes, aber gleichzeitig zeitgemäßes neues Element in den Kirchraum eingefügt, wie es der jahrhundertelangen Tradition der Haselauer Kirche angemessen ist. Durch die vielen baulichen Zeugnisse aus unterschiedlichen Zeiten und Epochen spiegelt der Haselauer Kirchraum so die Geschichte der kleinen Kirchengemeinde am Ufer der Elbe.

Größe der Orgel:

  • Höhe: 5,55 m
  • Breite: 4,03 m
  • Tiefe: 1,70 m

Register und Pfeifen:

  • 2 Manuale und 1 Pedal
  • 20 Register
  • 1.254 Pfeifen
  • 1.048.576 Klangkombinationen
  • 4 Koppeln
  • MIDI-Ausgang